Caritasverband Deutschland

Jahresbericht 2007


Vorwort

2007 war eine Menge los im Caritasverband Minden. Deshalb haben wir uns entschieden, unseren Jahresbericht einmal etwas ausführlicher zu gestalten.

 

Für den Verband außergewöhnlich haben insgesamt zehn neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Dienst begonnen. Teilweise, weil uns einige Mitarbeiter nach langjähriger Tätigkeit verlassen haben, aber für uns erfreulich auch, weil z.B. in der Jugendhilfe das Jugendamt eine weitere Stelle genehmigt hat.

Außerdem hat sich die Sozialstation durch eine hohere Auslastung personell verstärken müssen.

 

Eine weitere Stelle, die der Koordinatorin für Caritas im Dekanat Herford-Minden ist ganz neu eingerichtet worden. Seit 01.08.2007 arbeitet in diesem Bereich Frau Anke Kues-Albers an der Schnittstelle Caritas und Pastoral eng mit dem Dechanten Wolfgang Brinkmann, seinem Team und den Caritasverbänden in Minden und Herford zusammen.

 

Neue Mitarbeiter erforderten auch neue Räumlichkeiten. Zum 1. Juli ist die Ehe- und Lebensberatung in die alten Dekanatsräume quer über den Pauline-von Mallinckrodt-Platz gezogen und die freigewordenen Büros konnten für die Psychosoziale Beratung und für die Koordinatorin für Caritas im Dekanat neu gestaltet werden.

 

Der Caritasverband hat sich im vergangenen Jahr an vielen Aktionen, Wettbewerben und Projektausschreibungen beteiligt. Dies haben die unterschiedlichen Dienste im Einzelnen näher ausgeführt. Erfreulich war auch die gute Zusammenarbeit mit dem Mindener Tageblatt, das viele unserer Aktionen veröffentlicht hat.

 

Problematisch sehen wir jedoch die Tendenz, dass immer mehr Menschen an die Türen unseres Verbandes klopfen, die nicht mehr ihren einfachen Lebensunterhalt bis zum Ende des Monats bestreiten können und auf die Vergabe von Spendenmitteln angewiesen sind, damit ihre Familie mit dem Nötigsten über die Runden kommt. Neben der Mindener Tafel, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft unseres Verbandes befindet, ist auch unsere Wärmestube eine Anlaufstelle, die gerade zum Monatsende und am Wochenende zunehmend nachgefragt wird. Hier gewinnt nicht nur die warme Mahlzeit an Bedeutung, sondern auch das einfache Butterbrot, das für die Abendmahlzeit und das Frühstück mit nach Hause genommen wird. Die Not ist nicht weit weg, sondern auch in Minden direkt vor unserer Haustür.

 

Wir danken allen, die unsere Arbeit im vergangenen Jahr unterstützt haben. Viele ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden und viele Geld- und Sachspenden haben es uns möglich gemacht, unsere Arbeit für die Nächsten in Not leisten zu können.

Vielen herzlichen Dank allen Spendern, Förderern und ehrenamtlich Tätigen.

 

Caritas Sozialstation

Häusliche Kranken- und Altenpflege Auch im Jahr 2007 konnten wir eine steigende Zahl von Patienten verzeichnen. Auffällig war die Häufigkeit von Schwerstpflegefällen, die oftmals nur über einen kurzen Zeitraum, trotz intensiver Pflege und Behandlung zu Hause bleiben konnten.

 

Es handelte sich bei den Krankheitsbildern häufig um Krebserkrankungen im Endstadium mit entsprechender Schmerztherapie und um schwerwiegende Lungen- und Herzkreislauferkrankungen.

 

Auffällig war auch die vermehrte Zahl der Patienten mit insulinpflichtigem Diabetes mellitus und die zunehmende Zahl der Demenzerkrankten.

 

Besonders der Umgang mit demenzerkrankten Menschen bedarf spezieller Kenntnisse und fürsorglicher Pflege.

 

Viele Patienten wurden nach kurzer Verweildauer auch an Wochenenden aus dem Krankenhaus entlassen, daraus ergab sich ebenfalls ein erhöhter Bedarf an hauswirtschaftlicher Versorgung. Wegen unseres großen Fachkräfteanteils, konnten wir kompetent und flexibel auf diese Anforderungen reagieren.

 

Auf Grund der zunehmenden Zahl an Schwerstpflegefällen, erhalten zwei Krankenschwestern eine Zusatzqualifikation zur Palliativpflege.

 

Weitere Fortbildungen waren:

* "Gesundheitsrisiko Angehörigenpflege" Kommunale Gesundheits- und Pflegekonferenz Kreis Minden-Lübbecke am 14.02.07

* Integrierte Versorgung "Diabetisches Fußsyndrom" am 29.11.07

* Sterbebegleitung 12.04.07

* Im Rahmen der interkulturellen offnung in Zusammenarbeit mit dem Migrationsdienst fand eine Fortbildungsreihe vom 06.09.07 bis 24.01.08 statt.

 

Themen waren:

* Das "Wirtschaftswunder braucht Arbeitskräfte".

* Arbeitsmigrantinnen in der Bundesrepublik Deutschland

* Typisch türkisch- russisch- deutsch… Was ist denn eigentlich Kultur?

* Pflege von jüdischen und russlanddeutschen Migranten aus der GUS

* Pflege älterer türkischer Migrantinnen und Migranten

* Altwerden in Deutschland - Informationen über ältere Aussiedlerinnen und Aussiedler

 

Die Sozialstation präsentierte sich mit Aktionen an den verschiedenen Pfarrfesten in den Gemeinden.

 

Am "Tag der offenen Tür" am 25.08.07 (Altstadtfest) konnten wir im Bereich Sozialstation über 80 Besucher informieren und beraten.

 

Im Laufe des Jahres machten 2 Schülerinnen aus der Krankenpflegeschule des Klinikums Mindens und 2 Schülerinnen aus dem Altenpflegseminar Salem Köslin bei uns für jeweils 6 Wochen ihr Praktikum.

 

Psychosoziale Begleitung - Pflegeberatung

Im Jahr 2007 wurden 126 Klientinnen und Klienten im Alter zwischen sieben und achtundneunzig Jahren im Rahmen der "Psychosozialen Begleitung" als komplementäres Angebot der ambulanten Kranken- und Altenhilfe beraten. Der Altersschwerpunkt lag deutlich im höheren Lebensalter. Das Themenspektrum umfasste Fragestellungen zu Hilfsmöglichkeiten "rund um die Pflege", einschließlich Krisenintervention, Klärung sozialrechtlicher Fragen und Vermittlung weiterer fachlicher Hilfen. Die Aufgabenbereiche erstreckten sich über umfassende Beratung in Vorsorge- , Schwerbehinderten- und Rehabilitationsfragen, Hilfestellung zur Nutzung von Angeboten im ambulanten, teilstationären und stationären Pflegesektor, Unterstützung im Umgang mit Behörden und Institutionen sowie öffentlichkeitsarbeit im Rahmen von Vorträgen und Gremienarbeit im kommunalen Arbeitskreis "Pflegeberatung".

 

Der Dienst wurde von Menschen aus dem gesamten Kreis Minden-Lübbecke rege in Anspruch genommen, wobei insbesondere ältere Menschen dankbar waren über die Möglichkeit, statt eines Bürotermins einen Hausbesuch vereinbaren zu können. Rund sechzig Prozent der Ratsuchenden kamen mit einem Zeitbedarf von bis zu einer Stunde, teils in mehrere Termine aufgeteilt, zurecht. Immerhin vierzig Prozent benötigten aufwendigere Unterstützung, bis hin zu zwölf Stunden als Höchstwert.

 

In Kooperation mit Christa Harms aus dem Migrationsdienst hat Ute Cordes am bundesweiten Wettbewerb des Deutschen Caritasverbandes "Stark für Familien" teilgenommen und dort den ersten Preis in der Sonderkategorie "Idee" für die Konzeption eines Hilfenetzwerkes für demenziell erkrankte Aussiedler erhalten.

 

"Allgemeine Sozialberatung"

Das Fachgebiet "Allgemeine Sozialberatung" ist gekennzeichnet durch ein breites Aufgabenspektrum und war auch im Jahr 2007 oftmals erste Anlaufstelle für Menschen aller Altersstufen in unterschiedlichen Notlagen wie z.B. Arbeitslosigkeit, Schulden, Trennungssituationen, obdachlosigkeit, familiäre Probleme, häusliche Gewalt, Sucht, gesundheitliche Beeinträchtigungen, Schwierigkeiten im Umgang mit ämtern oder anderen Stellen. Hier lag ein Schwerpunkt im Bereich Stromschulden; häufig kamen Ratsuchende erst dann, wenn die Stromsperre bereits angedroht oder schon durchgeführt war, eine besonders schwierige Situation insbesondere für Familien oder Alleinerziehende mit Kindern.

 

Zu den Aufgaben dieses Dienstes gehören: Situationsklärung, Beratung in allen Fragen sozialer Sicherung, Vermittlung und Einleitung weiterführender Hilfen, Stabilisierung, Begleitung und Betreuung der Klienten in Krisenzeiten, Vermittlung und Gewährung sachlicher und finanzieller Hilfen, Zusammenarbeit mit anderen Fachdiensten, wie zum Beispiel der Wärmestube, der Mindener Tafel e.V. oder der Schuldnerberatung des SkF, sowie die Erfolgskontrolle der eingeleiteten Maßnahmen.

Insgesamt wurden 59 Klientinnen und Klienten, überwiegend in mehrfachen Kontakten, beraten. Durch die Notlage häufig auch psychisch belastet, fällt es vielen Menschen schwer, die Schwelle zu rechtzeitiger Hilfesuche zu überschreiten. Dies macht die Unterstützung insgesamt schwieriger, da in der Mehrzahl der Fälle bereits multiple Problemlagen bestehen.

 

Kinder-, Jugend- und Familienhilfe

1. Erweiterung des Teams und personelle Veränderungen:

* Die Stadt Minden hat für den Bereich der ambulanten Erziehungshilfe 3 Planstellen zusätzlich zu den bisher 9 stellen bewilligt. Eine Planstelle davon hat der Caritasverband neu besetzt.

* Zum 31.05.2007 ist Kerstin Bikholz nach 15 Jahren aus dem Team der KJFH ausgeschieden, um eine leitende Stelle in einem Heim in Hannover zu übernehmen.

* Neu angefangen sind zum 01.07.2007 Katharina Maßing und zum 01.02.2008 David Gerhold.

* Insgesamt sind in der KJFH 7 festangestellte Fachkräfte verteilt auf 5,3 Planstellen und 7 Honorarkräfte beschäftigt.

 

2. Leben der Kinder schützen

* Die erschreckenden Nachrichten aus Fernsehen und Zeitung über misshandelte und getötete Kinder hat zu einer breit angelegten Diskussion im gesamten Bereich der öffentlichen und freien Erziehungshilfe geführt.

* Die Frage: Wie können wir in Minden rechtzeitig erkennen, ob das Leben eines Kindes gefährdet ist?

* Frühwarnsystem in Minden - wie viel mehr an Personal ist dafür notwendig?

* Müssen wir mehr Kinder schneller in Heimen unterbringen?

* Wie können wir zum Schutz der Kinder sichere und verlässliche Prognosen erstellen?

* Wie können einzelne Institutionen besser zusammenarbeiten?

 

3. Zum Schluss noch ein paar Zahlen:

Durch das Team der KJFH wurden im Jahr 2007 insgesamt:

116 Kinder und Jugendliche in 45 Familien im Rahmen der Sozialpädagogischen Familienhilfe begleitet,

35 Jugendliche und junge Mütter wurden regelmäßig in unseren Gruppen im Rahmen der Sozialen Gruppenarbeit gefördert;

und 7 Jugendliche sind in Einzelhilfen im Rahmen der Erziehungsbeistandschaft unterstützt worden.

 

Kuren und Erholungen

Kuren

Das Kurwesen des Caritasverbandes Minden fungiert als Beratungs- und Vermittlungsstelle des Müttergenesungswerkes. Hier geht es um Hilfestellung bei der Beantragung von Mütter-Kuren, sowie Mutter-Kind-Kuren und Vater-Kind-Kuren und Vermittlung einer Kureinrichtung.

 

Die Gesundheit und Gesunderhaltung von Müttern steht im Zentrum dieses Dienstes. Ihre gesundheitliche, soziale und gesellschaftliche Situation sowie ihre Belange und Lebensumstände bilden die Grundlage der Mütter/ Mutter-Kind-Kuren. Mit der neuen Gesundheitsreform treten 2007 Regelungen in Kraft, die Müttern den Zugang zu einer Kur erleichtern.

 

In der Kurvermittlung wurden 82 Frauen beraten. Im Ergebnis konnten 52 Mutter-Kind-Kuren mit 83 Kindern vermittelt werden, sowie 2 Mütter-Kuren. 5 Anträge wurden von den Krankenkassen abgelehnt und 5 Kuren an den Rentenversicherer weitergeleitet. Wohlwissend um die positiven Auswirkungen einer Kur für Mütter und Kinder und letztlich für die gesamte Familie, werden wir weiterhin unsere Unterstützung bei der Durchsetzung der berechtigten Anliegen einbringen.

 

Seniorenerholungen

In 2007 wurden Seniorenfreizeiten in Bad Rothenfelde, am Timmendorfer Strand, in Bad Driburg, auf der Insel Wangerooge und Weihnachtsfreizeiten in Vechta und Bad Sasssendorf durchgeführt. Daran haben 53 Teilnehmer teilgenommen.

 

Die Gruppen wurden von ehrenamtlichen, geschulten Mitarbeiterinnen begleitet. Dank dieses ehrenamtlichen Engagements war es vielen hochbetagten Teilnehmern und Teilnehmerinnen (das Durchschnittsalter betrug 79 Jahre) möglich, dieses Angebot der Erholung und Gemeinschaft anzunehmen.

 

Nach 20-jähriger Tätigkeit beim Caritasverband Minden hat Frau Gisela Roese nun ihren verdienten Ruhestand angetreten. Wir sagen ganz herzlichen Dank für Ihre Arbeit, die sie für den Dienst der Kuren und Erholung geleistet hat. Seit Januar 2008 hat diesen Arbeitsbereich Frau Renate Neumann übernommen.

 

Fachdienst für Integration und Migration

Altstadtfest - "Mit allen - für alle"

Bunte Luftballons wiesen den Besuchern am 25. August 2007 den Weg zum Altstadtfest in Minden und zum Pauline-von-Mallinckrodt-Platz.

 

Bei der Auftaktveranstaltung von BoA beteiligten sich der Caritasverband und SkF mit verschiedenen Ständen und Aktivitäten. BoA bedeutet: "Bildung für nachhaltige Entwicklung in der oberen Altstadt und ist ein Netzwerk, der in der oberen Altstadt ansässigen rund 20 Bildungseinrichtungen, sozialen organisationen und Bürger- initiativen. Seit oktober 2007 ist die BoA offizielles Projekt der UN -Weltdekade 2005-2014.

 

Im Haus der Caritas und auf dem Pauline-von-Mallinckrodt-Platz hatten die Mitarbei- ter und Mitarbeiterinnen von Caritas und Sozialdienst katholischer Frauen bei strahlendem Sonnenschein ihre Stände aufgebaut.

Vor der Wärmestube gab es Kaffee und Kuchen, während bei den Migrationsdiensten das Glücksrad mit Fragen zur Integration kleine und große Besucher anzog. Der SkF erläuterte an seinem Stand den Warenkorb von "Hartz IV" und in der Sozialstation konnten Blutdruck- und Blutzuckerwerte bestimmt oder ein Gedächtnisparcours durchlaufen werden.

 

Durch den Sonderverkauf von gespendeter Kleidung beim Flohmarktstand der Kleider- kammer wurden 670 Euro für die Sozialfonds eingenommen.

 

Hauptanziehungspunkt war der Stand der Beratungsstelle für Kuren und Erholungen. Hier konnten sich die Besucher bei einer kostenlosen Massage entspannen.

 

Sonderpreis beim Caritas-Ideenwettbewerb "Stark für Familien" für die Seniorenberatund und den Migrationsdienst

Die beiden oben genannten Dienste entwickelten ein Wohnkonzept für demenzkranke Aussiedler. Ute Cordes (Pflegeberatung) und Christa Harms (Migrationsdienst) nahmen mit dieser Projektidee an einem Ideenwettbewerb des Deutschen Caritasverbandes teil und gewannen einen Sonderpreis in Höhe von 2.500,00 €.

 

Im Mittelpunkt des Konzeptes mit dem Titel "Rodina" zu Deutsch: "Heimat", steht eine Wohngruppe, in der demenzkranke Aussiedler ihren Alltag gemeinsam mit Angehörigen und Pflegepersonal gestalten sollen.

Gerade Aussiedler tun sich schwer, professionelle Angebote der Altenpflege wahrzunehmen, da sie traditionell davon ausgehen, dass die Pflege innerhalb der Familie geregelt wird.

 

"Kultursensible Altenpflege" ist das Stichwort. Kultursensibel heißt, dass die Angehörigen so weit wie möglich in die Gestaltung des Pflegealltags mit eingebunden sind. Das beispielsweise typisch russische Speisen gemeinsam zubereitet werden (Borschtsch und Soljanka gibt den Patienten orientierung und Sicherheit, Spaghetti Bolognese dagegen macht sie unsicher).

Das Pflegepersonal soll sich aus russlanddeutschen Kräften zusammensetzen, um eventuelle Sprachschwierigkeiten zu überwinden. Demenzkranke Aussiedler fallen oft in kindliche Schemata zurück, beginnen Plattdeutsch oder Russisch zu sprechen.

 

Den Deutschen Caritasverband überzeugte am Mindener Caritas Konzept scheinbar die enge konzeptionelle Verknüpfung der beiden Arbeitsbereiche Altenpflege und Migration. Die interkulturelle öffnung der Altenhilfe für Spätaussiedler und die geplante länderübergreifende Kooperation mit einer Einrichtung der Altenhilfe in Petersburg. Von dort sollen Praktikanten, Zivildienstleistende oder FSJler kommen, die in dem Wohnkonzept hospitieren und erlangtes Wissen nach Russland "transportieren".

 

Internationale Mutter-Kind-Gruppen - gefördert von Aktion Mensch -

Die Aktion Mensch bewilligte dem Caritasverband Minden 2007 Zuschüsse zu einem dreijährigen Projekt, das sich an Migrantinnen und ihre kleinen Kinder richtet, die noch nicht den Kindergarten besuchen.

 

Seit September 2007 wurden mit dieser Förderung bereits fünf internationale Mutter-Kind-Gruppen in mehreren Mindener Stadtteilen sowie in Petershagen-Lahde installiert. Bis Jahresende profitierten 32 Kinder mit Migrationshintergrund sowie ihre Mütter von diesem regelmäßigen Angebot. Drei weitere Gruppen werden folgen.

Die Kinder werden in der Gruppe gezielt gefördert: durch Spiele, Lieder, Reime, Umgang mit verschiedenen Materialien und den Kontakt mit anderen Kindern. Dabei wird ihnen auch spielerisch die deutsche Sprache vermittelt.

 

Ihre Mütter erhalten währenddessen Gelegenheit zum Austausch und lernen auf die Eigenheiten ihres Kindes zu achten und es in seiner Entwicklung zu unterstützen.

Außerdem werden ausgehend von den Alltagserfahrungen und Fragen der Frauen Themen entwickelt; ab 2008 kommt eine auf den Bedarf der Mütter aufbauende Sprachförderung hinzu.

In der zweiten Projekthälfte sollen neben der Etablierung und Vernetzung der Gruppen zudem Mütter und Ehrenamtliche zur Weiterführung oder Neugründung von Gruppen motiviert und geschult werden, so dass schrittweise Aufgaben und Verantwortung abgegeben werden können.

 

Projekt zur Sprachförderung von Migranten

Dank einer weiteren Spende aus der Caritas Stiftung konnte unser Sprachkursprojekt wie im Jahr 2006 durchgeführt werden.

 

Unser Ziel ist es, seit einigen Jahren in Abgrenzung zu anderen Bildungsträgern ein bezahlbares Sprachkursangebot abgestimmt auf die Bedürfnisse unserer Klienten vorzuhalten, um die berufliche und gesellschaftliche Integration der Migranten zu fördern.

 

Schwerpunkte bildeten die Bereiche Alphabetisierung, Vermittlung von Fachsprache zum Arbeitsplatzerhalt, Einzelförderung zur Vorbereitung auf die sogenannte B1-Prüfung Deutsch und Aussprachetraining für Asiaten.

 

81 Teilnehmer haben im vergangenen Jahr unsere Kurse besucht und weitere 16 Sprachschüler erhielten eine individuelle Einzelförderung. Die Teilnehmer können sich aufgrund ihrer schlechten finanziellen Situation normalerweise keinen Sprachkurs leisten. Asylbewerber haben auch keinen Anspruch auf öffentliche Förderung. Sprache ist jedoch die wichtigste Voraussetzung zu einer gelungenen Integration. Besonders schwierig ist der Spracherwerb jedoch für diejenigen, die an einem Alphabetisierungskurs teilnehmen müssen. Viele Migranten kommen aus Ländern, in denen der Stellenwert der Schriftlichkeit nicht so eine hohe Bedeutung hat, wie in Deutschland, wo die Beherrschung der Schriftsprache im Umgang mit Behörden, Krankenkassen, Banken usw. vorausgesetzt wird.

 

Wärmestube

Die Wärmestube hat auch 2007 einen weiteren Besucherzuwachs zu verzeichnen. Von 4945 Besuchern im Jahr 2006 stieg die Zahl im vergangenen Jahr um über 10 % auf 5474 Besucher an. Auch der Anteil der Frauen stieg erneut um 14,6 % von 1274 auf 1460 Besucher- innen.

Viele der Gäste warten oft schon eine halbe Stunde vor der öffnung der Wärmestube auf ihre warme Mahlzeit. Da die Zahlen der täglichen Besucher von 15-30 an einem Tag schwanken können, ist oft die Kreativität der diensttuenden Ehrenamtlichen gefragt, wenn der Suppentopf sich leert. Dank vieler Sachspenden, ist es jedoch möglich, schnell zu reagieren und eine Dosensuppe zu wärmen oder auch für aus dem Vorrat zu holende Nudeln, eine Sauce zu bereiten.

 

Sehr erfreulich war für uns im vergangenen Jahr die hohe Anteilnahme der Bevölkerung an unserem Dienst. Unser Aufruf "Mit 500,- € ist die warme Mahlzeit gesichert" erreichte viele, die bereit waren, für dieses Essen auch zu spenden. Nur durch diese Unterstützung ist der Fortbestand des Dienstes an diesen am Rande stehenden Menschen gesichert. Deshalb bedanken wir uns bei allen Spendern und Förderern unserer Wärmestube und hoffen wir auf weitere Unterstützung auch im Jahr 2008.

 

Viele Menschen suchten unsere Unterstützung, weil sie selbst nicht in der Lage waren, sich für den ganzen Monat mit Essen zu versorgen. Es wurde deutlich, dass immer mehr Menschen auch auf Dauer nicht mehr den kompletten Regelsatz ALG II oder Grundsicherung zur Verfügung haben. oft mussten sie sich wegen Nachzahlung beim Energieversorger oder wegen dringend erforderlicher Anschaffungen, wie Kühlschrank, Waschmaschine oder Bekleidung verschulden und diese teilweise mit für sie hohen Raten nun zurückzahlen.

 

Diese Sorgen waren vermehrt der Grund, dass auch das Gespräch nach der warmen Mahlzeit wieder an Bedeutung gewonnen hat und ein Besucherstamm oft bis zum Ende der öffnungszeit blieb. Auch werden sehr gerne noch belegte Brote für den Abend und kommenden Morgen mitgenommen.

 

Kleiderkammer

Kleiderladen erhält den Ehrenamtspreis 2008

Das Team des Kleiderladens, der seit mehr als 25 Jahren vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und dem Caritasverband Minden betrieben wird, hat den Preis für ehrenamtliches und freiwilliges Engagement 2007 der Stadt Minden erhalten.

Bürgermeister Michael Buhre bezeichnete die Einrichtung "als einen Segen für Menschen mit geringem Einkommen". Der Preis, der mit 500 Euro dotiert ist, nahm unter dem Applaus der rund 350 Zuhörer im Rahmen des Parlamentarischen Abends Stefanie Katouah für das Team entgegen. Frau Susanne Leimbach, Geschäftsführerin des Caritasverbandes Minden, sagte:

"Das Team ist ein stiller Helfer, unsere Gruppe arbeitet eher im Verborgenen".

Der Kleiderladen ist 1981 von der damaligen Vorsitzenden des Sozialdienstes katholischer Frauen, Anna Maria Lehne, in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband ins Leben gerufen worden. Fünf ehrenamtliche Helferinnen gaben damals an einem Tag Kleidung an Bedürftige aus. Im Jahr 1990 wurden erstmals über 1000 Hilfebedürftige gezählt. 1991 bis 1992 wurde der Kleiderladen renoviert und ein größerer Kreis von ehrenamtlichen Helferinnen angeworben, der es ermöglichte, einen weiteren öffnungstag anzubieten. Der Kleiderladen am Pauline-von- Mallinckroth-Platz ist seither montags von 10 bis 12 Uhr und mittwochs von 14.30 bis 16.30 Uhr für die Kleiderausgabe geöffnet, Kleidung kann während der öffnungszeiten der beiden Verbände SkF und Caritas an der Pforte abgegeben werden.

"Dieser Dienst gewinnt zunehmend an Bedeutung und ist ein wichtiges ergänzendes Angebot für Familien, Alleinerziehende und allein stehende Personen in Minden", betonte Bürgermeister Buhre. Zurzeit seien neun ehrenamtliche Helferinnen aktiv für die Einrichtung tätig. 2007 wurde an rund 1100 Personen Kleidung ausgeben, so die Geschäftsführerin des Caritasverbandes Frau Susanne Leimbach. Die Vielzahl der Hilfebedürftigen, die unterschiedlichen Herkunftsländer und Sprachen erforderten ein hohes Maß an offenheit und Geduld von den im Kleiderladen tätigen Ehrenamtlichen. Teilweise könnten sich die Bedürftigen nur durch Mimik und Gestik verständigen. Das die Kunden des Kleiderladens "bedürftig" sind, ist natürlich Voraussetzung. Zwar laufe alles recht unkompliziert; dennoch prüfe man gelegentlich doch einmal nach. "Wir wollen ja den Schwachen helfen". Erwachsenen-Kleidung wird zu einem symbolischen Preis von 50 Cent veräußert. Die Kleidung für Kinder ist kostenlos.

über den direkten Kundenkontakt hinaus seien jede Woche viele Säcke, Kisten und Körbe von Wäsche zu sortieren und einzuräumen beziehungsweise auch auszusortieren, wenn es nicht brauchbar ist, so Frau Leimbach. oft sei dies eine anstrengende und teilweise unangenehme Tätigkeit, weil nicht jede Kleiderspende eine solche ist, sondern manchmal über diesen Weg auch versucht wird, billig Abfall zu entsorgen. Bürgermeister Buhre würdigte in seiner Rede die Arbeit aller Ehrenamtlichen. Der Preis soll aber auch Ansporn sein und Ehrenamtliche zum Weitermachen ermutigen.

 

Fachdienst Koordinatorin für Caritas im Dekanat Herford-Minden

Ich arbeite als Mitarbeiterin des Caritasverbandes an der Schnittstelle zwischen Caritas und Pastoral und somit eng mit dem Dechanten und seinen Mitarbeitern sowie den pastoralen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen im pastoralen Dienst zusammen.

 

Meine Aufgabe ist es, Caritas im Gefüge Kirche auf der Ebene der Pastoralverbünde zu stärken, indem die Kräfte vor ort unterstützt werden. Der Fachdienst Caritas-Koordination sieht seine Aufgabe darin, gemeinsam mit den Akteuren im pastoralen und caritativen Bereich die diakonische Entwicklung in den Pastoralverbünden zu fördern, das heißt, caritative und pastorale Aufgaben zusammenzuführen, um christliche Kirche ihrem Wesen nach lebendig zu erhalten.

 

Der "Caritas ein Gesicht" geben, indem ich Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im pastoralen Dienst in Fragen der caritativen Gemeindeentwicklung unterstütze und berate, ist Aufgabe der Koordinatorin.

 

Der regelmäßige Kontakt zu Diensten, Einrichtungen, Verbänden und gemeindlichen Gruppen im Kontext Caritas ist dabei grundlegend. Die Kommunikation untereinander möchte ich fördern. Auf Wunsch biete ich Vernetzungsmöglichkeiten an.

 

Für Ehrenamtliche ist der Fachdienst Caritaskoordination eine "Servicestelle", um ihre caritativen Tätigkeiten zu stärken. Beratung und Unterstützung von Caritasgruppen, Initiierung und Begleitung von Projekten, Fortbildungsangebote sowie spirituelle Angebote können nach Bedarf "abgerufen" werden.

 

Anke Kues-Albers

Koordinatorin für Caritas

im Dekanat Herford-Minden

Tel. 05 71 / 8 28 99 - 48

 

Caritas-Konferenzen im Regionalverband Minden

Die 12 Caritas-Konferenzen mit 400 Ehrenamtlichen haben kontinuierlich ihre Aufgaben fortgeführt. Der Regionalverband hatte Angebote zur Schulung, Weiterbildung und Begleitung der Konferenzen, die sehr gut angenommen wurden. Bei satzungsgemäßen und bewährten Veranstaltungen wurde versucht, neue Ideen einfließen zu lassen.

 

Themen 2007:

* "Gemeinsame Zukunftsgestaltung"

* "Caritas ist keine Einbahnstrasse" - Zwischen Tradition und Neubeginn

* "Mach dich stark für starke Kinder"

* "Das liebe Geld" - Kassenführung

* "Auch Geduld hat ihre Grenzen"

 

Durch das neu eingerichtete Dekanat Herford-Minden wurde eine Satzungsänderung erforderlich und in der Mitgliederversammlung Anfang Januar konkret umgesetzt.

Das Thema war "Umstrukturierung des Bistums und die Konsequenzen für die Caritas-Konferenzen. Satzungsänderung des Dekanatsverbandes in den Regionalverband"

Referentin: Frau Annette Rieger, Geschäftsführerin der CKD Paderborn

 

Ein neues Angebot war der ganztägige Arbeitskreis am Samstag im Haus der Caritas, um auch Berufstätigen und jüngeren Mitarbeiterinnen die Teilnahme zu ermöglichen. Entsprechend gut wurde dieses Angebot angenommen.

 

Im Februar fuhren 40 Ehrenamtliche der Caritas-Konferenzen in die 20. einwöchige Bildungsfreizeit nach Elkeringhausen/Winterberg. Dieses ist ein einmaliges Angebot im Erzbistum Paderborn. Die Kosten für diese Bildungsfreizeit werden überwiegend von den Teilnehmern aus der eigenen Tasche bezahlt. Diese Woche dient dazu, neue Arbeitsformen und soziale Hilfestellungen zu erarbeiten. Der Austausch untereinander trägt uns und schenkt Vertrauen.

Der gemeinsame Schulungstag des Dekanates Bückeburg und des Regionalverbandes Minden mit 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fand letztmalig in der Tagungs- und Bildungsstätte "Haus Reineberg" statt. Das Haus hat einen neuen Besitzer gefunden und wurde zwischenzeitlich zu einem Hotel umgebaut.

 

Die Wallfahrt nach Paderborn, aus Anlass des 800-jährigen Geburtstages der heiligen Elisabeth, war ebenfalls ein großes Ereignis.

Beim 2. Arbeitskreis 2007 wurde der Vorstand mit Frau Renate Neumann und Frau Maria Droste mit Hinblick auf die Neuwahlen im Januar 2008 erweitert.

Ein Grundkurs "Not hat viele Gesichter" wurde in Bad oeynhausen durchgeführt und hatte eine große Beteiligung.

In Lübbecke wurde ein LISA-Kurs angeboten und gut angenommen.

 

Zwei Haussammlungen mit einem Ergebnis von 41.692,88 EURo wurden durchgeführt. Hierfür allen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben, ein herzliches Dankeschön. Gute Erfahrungen wurden auch wieder mit den neu eingerichteten überweisungs-trägern gemacht.

Am Jahresende fand ein Abschlusstreffen für Vorsitzende der CKD statt.

Ideen für 2 neue Projekte entstanden, die aber erst im Jahr 2008 umgesetzt werden können.

 

Viele verschiedene Talente prägen das Ehrenamt der Caritas. So erleben wir den ehrenamtlichen Dienst auch als Bereicherung für uns selbst. Dass es gelungen ist, trotz Ausfälle durch Alter, Krankheit und anderer Veränderungen die Zahl der Ehrenamtlichen auf 400 zu erhöhen, erfüllt uns mit Freude. Die Konferenzen sind fast alle verjüngt und dadurch werden sich in Zukunft auch die Veranstaltungen evtl. verändern müssen.

 

Die Amtsperiode des Vorstandes der letzten 8 Jahre mit Frau Fine Derks, Frau Brunhilde Bock (bis 31. Juli 2007) und mit mir findet mit der Neuwahl am 30. Januar 2008 ein Ende. Wir haben versucht, bei allen Zusammenkünften im Dekanat die Sorgen und Nöte unserer Zeit zu erkennen und durch gute Schulungen nach Möglichkeiten der Hilfe zu suchen.

 

Ein herzliches Dankeschön allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Konferenzen für das Mittragen unserer Aufgaben. Ein DANKE auch allen Hauptamtlichen des Caritas-Verbandes, hier besonders der Geschäftsführerin Frau Susanne Leimbach. Das außergewöhnliche gute Miteinander beruht auf Gegenseitigkeit, denn wir sind aufeinander angewiesen.

 

Dem neuen Leitungsteam alle guten Wünsche für eine gute Zusammenarbeit und Freude bei den vielfältigen Aufgaben .

Dekanatssprecherin für das Dekanat Herford-Minden

Caritas-Konferenzen im Regionalverband Minden

Verband ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gemeinden

 

Leitungsteam:

 

Maria Droste

Dammweg 29

32361 Preußisch oldendorf

05742 / 70 07 22

 

Renate Neumann

Hertastraße 3

32423 Minden

0571 / 35 38 6

 

Eleonore Block

Grasweg 3

32457 Porta Westfalica

0571 / 77 41 6