Caritasverband Deutschland

Zehn Fragen und Antworten


1. Wann brauche ich überhaupt eine Kur?

Schon Schwangerschaft und Geburt sind körperliche und seelische Höchstleistungen. Das Management von Familie, Beruf, Haushalt, die Pflege von Angehörigen, die Hauptlast in der Erziehung der Kinder fordern höchste Anstrengungen, ohne häufig als Leistung anerkannt zu sein. Aus den Alltagsbelastungen einer Mutter kann schnell eine ernsthafte Überforderung werden. Die Krankheitssymptome reichen von Rückenbeschwerden über Schlafstörungen bis hin zu Depressionen. Eine Behandlung mit Medikamenten wird den Problemen der betroffenen Mütter meist nicht gerecht.

 

2. Werden meine Beschwerden gezielt behandelt?

Über ihre Eignung für die grundlegenden Erschöpfungserscheinungen hinaus sind die Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen für Mütter bzw. für Mütter und Kinder jeweils für bestimmte Erkrankungen besonders eingerichtet, sodass eine spezifische Therapie gewährleistet ist. Zusätzlich bieten die meisten Einrichtungen Schwerpunktkuren für Mütter mit besonderen Belastungen an, z. B. für Frauen in einer Trauersituation oder mit behinderten Kindern.

 

3. Wie stelle ich einen Antrag?

Wenden Sie sich an die nächste Beratungsstelle der Caritas oder an andere Wohlfahrtsverbände, die ebenfalls Mitträger des Müttergenesungswerkes sind. Dort hilft man Ihnen bei allen anfallenden Formalitäten, bei der Genehmigung der Vorsorge oder Rehabilitation durch die Krankenkasse, bei der Wahl der geeigneten Einrichtung und bei der Anmeldung. Sie werden individuell beraten und schon im Vorfeld über Angebote in den Einrichtungen informiert. Allgemeine Informationen und Unterstützung erhalten Sie auch bei den katholischen Frauenverbänden.

 

4. Was zeichnet die Kur innerhalb des Müttergenesungswerkes aus?

Die Vorsorge bzw. Rehabilitation beruht auf einem ganzheitlichen Konzept. In drei Wochen (das ist die Regeldauer) erfahren Mütter intensive psychische, soziale und körperliche Behandlung. Jede Frau wird in ihrer persönlichen Lebenssituation ernst genommen. Es werden außerdem Strategien zur Alltagsbewältigung vermittelt, die die Frauen zu Hause weiterführen können. Kinder erhalten ebenfalls Behandlungen und pädagogische Begleitung. Gemeinsame Mutter-Kind-Aktivitäten stärken die Beziehung und unterstützen den Gesundheitserfolg.

 

5. Was erwartet mich in den drei Wochen?

Jede Maßnahme setzt sich zusammen aus medizinisch-ärztlicher Behandlung, aus Physiotherapie, Gymnastik, Massagen und Bädern, aus Gesundheitstraining/Gesundheitsbildung und aus der psychologischen bzw. psychosozialen Therapie, die immer sowohl individuell als auch in Gruppen erfolgt. Dazu zählen etwa Konfliktbewältigung, Selbsterfahrung und Entspannungstechniken. In den Häusern, die zur Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Müttergenesung gehören, wird auch eine religiöse Begleitung angeboten. Therapieunterstützende Angebote, wie z. B. kreative Beschäftigung, runden die Maßnahmen ab.

 

6. Wer kümmert sich in der Therapie um mich?

Die Einrichtungen verfügen über ein kompetentes Team aus den Gebieten Allgemein- und Fachmedizin, Psychologie, Pädagogik, Physiotherapie, Ernährungsberatung und Seelsorge. Die Kinder sind bei pädagogisch geschultem Fachpersonal gut aufgehoben.

 

7. Was geschieht mit meinem Kind?

Ein Großteil der Einrichtungen ist für gemeinsame Mutter-Kind-Kuren eingerichtet. Klären Sie bei der Beratung, ob für Sie ein Aufenthalt mit Kind(ern) sinnvoll ist und inwieweit für Ihr(e) Kind(er) die geeigneten Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Wenn Sie alleine fahren, finanziert die Krankenkasse eine Familienhilfe, insofern mindestens eins der Kinder unter zwölf Jahre alt ist.

 

8. Bringt die Zeit auch wirklich etwas?

Die hohe Effektivität der Therapie ist durch wissenschaftliche Studien sowie laufende Untersuchungen belegt. Eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustandes und des psychosozialen Befindens wurde festgestellt.

 

9. Kann ich mir eine Müttergenesungskur finanziell überhaupt leisten?

Wenn die Krankenkassen die vollen Kosten tragen, zahlt die Mutter nur die gesetzliche Zuzahlung von 10 € pro Tag. Kinder sind dann zuzahlungsfrei. Wenn die Zuzahlung oder die Fahrkosten nicht von der Familie übernommen werden können, ist unter bestimmten Voraussetzungen eine Unterstützung mit Spendengeldern des Müttergenesungswerkes möglich.

 

10. Was bieten mir die verschiedenen Kliniken?

In einer Informationsbroschüre des Müttergenesungswerkes werden die 32 Einrichtungen im Bereich der Caritas vorgestellt, die mit ihren jeweiligen Therapieschwerpunkten, ihrer landschaftlichen Umgebung und ihrem individuellen Flair einen Eindruck von der breiten Vielfalt der Möglichkeiten vermitteln.

 

Bestellen können Sie diese Broschüre hier online: muettergenesung(at)caritas.de.